Abschied
braucht
Austausch und
Begegnung

Besuchen Sie die Gedenkseite von:
Besuchen Sie die Gedenkseite eines geliebten Menschen:

Bestatter: Vom Totengräber zum Eventmanager

Bestatter sind für viele Menschen erste Ansprechpartner im Trauerfall und Experten für alle Fragen rund um Tod und Trauer. Das war längst nicht immer so. Doch indessen wird von einer breiten Öffentlichkeit bemerkt, was Bestatter alles leisten können.

Als wir Menschen anfingen, unsere Toten zu bestatten, war dies zunächst die Aufgabe von sogenannten Totengräbern oder Leichenfrauen. Sie bekamen meist nur einen sehr geringen Lohn für die Versorgung und Beisetzung eines Verstorbenen. Nicht selten wurden Menschen dieses Berufsstandes gesellschaftlich ausgeschlossen oder sogar für ihre Tätigkeit verachtet.

Heute ist das ganz anders. Den typischen Totengräber gibt es nicht mehr. In vielen Gegenden liegt das Ausheben der Gräber heute in Händen der Friedhofsverwaltung. Oder eben der Bestatter. Für den Beruf des Bestatters steht vor allem eines fest: Er hat sich immer und immer mehr in Richtung eines Vollzeitjobs als Eventmanager entwickelt. Nicht jeder in der Branche mag den Ausdruck „Eventmanager“ – jedoch trifft er für viele den Kern der Sache sehr genau:

Individuelle Services & Bestattungen „all inclusive“

Mit dem Wandel der Trauerkultur sind auch Bestattungen individueller geworden. Oft bunter, manchmal sogar richtig fröhlich und festlich. Ganz gleich, ob es um die Vorstellungen und Wünsche des Verstorbenen geht, die er bereits zu Lebzeiten festgehalten hat, oder um die der Angehörigen – als Dienstleister können Bestatter kreative und spezielle Services anbieten. Das geht bis hin zur Bestattung, bei der alles inbegriffen ist oder bei der jeder Extrawunsch erfüllt oder eine passende Alternative dazu gefunden wird.

Art und Ort der Trauerfeier und der Bestattung selbst werden immer persönlicher. Während vor noch nicht allzu langer Zeit ein aufwendig verarbeiteter und meist auch teurer Sarg im Mittelpunkt der Trauerfeierlichkeiten stand und ein festgelegter Ablauf die Abschiedszeremonie umrahmte, geht es heute vielmehr darum, das Programm drum herum so individuell wie möglich zu gestalten: Die Trauerfeier soll die Persönlichkeit des Verstorbenen widerspiegeln, einzelne Lebensabschnitte auf besondere Weise würdigen und vielleicht sogar die Trauergäste mit einbeziehen. Eine gute Beratung im Vorwege hinsichtlich Bestattungsart und ein immer offenes Ohr für die familiäre, soziale wie auch finanzielle Situation der Hinterbliebenen sind dabei mittlerweile völlig selbstverständlich.

Vieles denkbar, wenig unmöglich

Heutzutage erfüllen Bestatterinnen und Bestatter eine Vielzahl an Aufgaben, die traditionell eher von der Kirche oder der dörflichen Gemeinschaft wahrgenommen wurden. Ein gutes Beispiel hierfür sind Trauerreden: Früher waren es überwiegend die Geistlichen, die damit befasst waren, eine Trauerrede zu halten. Derweil sind es auch vom Bestatter engagierte freie Redner oder auch der Bestatter selbst, die ganz persönliche Worte an die Gemeinschaft der Trauernden richten.

Da der Pfarrer einer Kirchengemeinde doch eher in feste Strukturen eingebunden ist, kann sich ein Bestatter wie der Eventmanager zweifelsohne um jedes Detail kümmern. Dazu gehört insbesondere die liebevolle Gestaltung eines Abschieds: Denkbar ist ein hell und modern eingerichteter Abschiedsraum, der passend zum Hobby des Verstorben dekoriert ist. Obendrein opulent arrangierte Blumengestecke in der Lieblingsfarbe des Verstorbenen – dazu ein Sektempfang für die Trauergäste.

Genauso vorstellbar ist eine fröhliche Abschiedsfeier im Kreise aller Verwandten und Freunde, bei der sich die Trauergäste in bunten statt dunklen Kleidern zeigen. Während bei der Trauerfeier die Lieblingsmusik des Verstorbenen im Hintergrund spielt, tragen die engsten Freunde den liebevoll mit Unterschriften und persönlichen Botschaften verzierten Sarg danach selbst zur Grabstelle. Klassische Musik einer Geigerin in einer christlich ausstaffierten Trauerhalle und eine anschließende Kremation des Verstobenen im Beisein der engsten Hinterbliebenen ist dagegen in demselben Maße denkbar.

All das und auch die Vermittlung von weiteren Dienstleistern wie Trauerbegleitern oder Seelsorgern gehört zum Aufgabenbereich des Bestatters. Außerdem kann er Hinterbliebenen passenden Gedenkschmuck zeigen sowie häufig auch digitale Services wie Online-Gedenkseiten oder eine digitale Nachlassverwaltung anbieten. Wenn man dann noch an die beratende Funktion des Bestatters im Hinblick auf die Bestattungsvorsorge denkt, in der zu Lebzeiten alles im Detail geplant und geregelt werden kann, wird schnell klar, warum ein Bestatter heute mehr denn je als Eventmanager wahrgenommen wird. Man darf tatsächlich gespannt sein, in welche Richtung sich der Beruf des Bestatters zukünftig noch weiterentwickeln und welche Innovationen die Bestattungsbranche noch hervorbringen wird.

Stephanie Tamm

Foto: Pixabay

Zurück